Kurze Geschichte der Krippe

Früher führte man die Tradition der Weihnachtskrippe auf den heiligen Franz
von Assisi zurück, der in der Christnacht 1223 im Wald in der Nähe des Klosters
Greccio eine Krippe mit lebenden Tieren, aber ohne die Heilige Familie aufbauen
ließ. Es war allerdings auch schon vorher vielerorts üblich, zum Weihnachtsfest
Mysterien- und Wiegenspiele aufzuführen.

Im 16. Jahrhundert begannen dann einige kirchliche Orden, führend die Jesuiten,
Krippendarstellungen auch in der Missionsarbeit einzusetzen. Krippendarstellungen
waren bis ins 18. Jahrhundert hinein hauptsächlich auf den kirchlichen Raum be-
schränkt. Erst nachdem der König von Neapel sich im 18. Jahrhundert für seinen
Palast eine prächtige Krippe anfertigen ließ, die einen Palast als Ort des Geschehens
zeigte, wurde es in Italien, später auch in Spanien, Deutschland usw. üblich, auch
in Privathäusern an Weihnachten Krippendarstellungen aufzubauen.

Begünstigt wurde dieser Wunsch der Menschen durch die Weiterentwicklung der
Produktionstechniken (Arbeit in Manufakturen, Einsatz von Modeln, ab 1830
industrielle Fertigung von Papiermaché-Figuren).

Diese Darstellungen zeigten oft nicht nur das Geschehen im Stall, sondern begannen
mit Mariä Verkündigung und endeten mit der Flucht nach Ägypten. Es wurde immer
nur das Geschehen gezeigt, das zeitlich aktuell war. So stellten die Kinder in Spanien
z.B. die Heiligen drei Könige jeden Tag ein Stückchen weiter an die Krippe heran, so
dass diese dann am 6. Januar endlich vor der Krippe standen. Während wir in Europa
mit den Krippendarstellungen meist in der Tradition des 19. Jahrhunderts verblieben
sind, beziehen z. B. die Töpfer in Peru oft ihr Alltagsleben in die Darstellung mit ein.